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Brauchen Wir Ein Neues Gottesbild?

by David Damberg

Aktivität
Meditation
Geeignet für
Alle

Immer mehr Menschen wenden sich von Gott ab oder erklären den Gottesgedanken für schlicht bedeutungslos. Aber liegt das wirklich daran, dass wir Gott nicht mehr brauchen – oder sind es vielmehr die überholten Bilder, alten Sprachen und starren Formen, die nicht mehr tragen? In dieser Episode lade ich dich dazu ein, das bestehende Gottesbild zu hinterfragen, ohne Gott selbst aufzugeben. Wir tragen oft eine Last aus Jahrhunderten und jahrtausendealten Vorstellungen mit uns herum. Wenn es in unserem Glauben oder in unserer Spiritualität stockt, kann das ein Zeichen für einen notwendigen Häutungsprozess sein: Das Alte darf sich verändern, um Raum für ein neues, weiters Verständnis und neue Bilder zu schaffen. Ein Impuls über das Suchen nach einer neuen Sprache für das Unbegreifliche – ohne vorgefertigte Antworten, aber als Ermutigung zum eigenen Hinspüren.

Transkription

Bricht eine Zeit an ohne Gott,

Ein Leben ohne Gott.

Solange es Menschen gibt,

Hat sich der Mensch mit Gott beschäftigt.

Er hat ihn verehrt,

Angebetet,

Verflucht.

Angeschrien.

Philosophisch durchdrungen,

Theologisch versucht zu verstehen.

Alles mögliche ist passiert.

Und plötzlich bricht eine Zeit an,

Zumindest hier in dieser westlichen Hemisphäre,

Wo immer mehr Menschen,

Und zum Teil sind es mehr als die Hälfte,

Sagen,

Mit Gott.

Habe ich nichts zu tun,

Es interessiert mich nicht.

Jetzt kann man natürlich sagen,

Doch doch,

Jeder Mensch braucht Gott.

Sie wissen es nur nicht.

Aber das kann schnell zu einer arroganten Haltung werden.

Ich weiß besser als du,

Was du brauchst.

Brauchen wir Gott nicht,

Ist es vorbei mit dem Gottesgedanken.

Wenn einzelne Menschen Schwierigkeiten haben mit Gott,

Mit ihrer Spiritualität,

Merken,

Dass sie nicht weiterkommen,

Dass es irgendwie stoppt,

Dass das Ganze irgendwie zu eng ist,

Nicht mehr funktioniert für sie zumindest.

Dann heißt das für mich meistens,

Danach zu fragen,

Wie sieht es mit deinem Gottesbild aus?

Kann es sein?

Dass du da etwas verändern musst.

Sind das Häutungserscheinungen,

Die du gerade hast,

Dass sich das Gottesbild dein altes häutet in ein neues,

Anderes hinein?

Dass dann weiter ist.

In der Regel wird das Gottesbild immer weiter,

Offener.

Positiver.

Das ist zumindest eine gute Entwicklung.

Es geht auch andersherum,

Aber darüber sprechen wir heute nicht.

Und könnte es sein,

Dass das nicht nur für den einzelnen Menschen gilt,

Sondern auch für die gesamte Gesellschaft,

Für die Menschheit sozusagen.

Wo man das nicht so sagen kann,

Die Phänomene sind ja doch in den Kontinenten und Gesellschaften sehr unterschiedlich.

Also brauchen wir zumindest für die westliche Welt ein neues,

Anderes Gottesbild.

Wir sind,

Gerade kirchlicherseits,

Sehr darauf geschult,

Alte Bilder immer wieder weiterzugeben.

Wir leben oder meistens beten wir in Räumen.

Die Gottesbilder vertreten aus früheren Jahrhunderten.

Wir haben das Glück,

In der Zelle St.

Benedikt einen Gottesraum zu haben,

Der gut zehn Jahre,

Muss ich sagen,

Fast 15 Jahre alt ist,

Also noch aus dieser Zeit stammt.

Aber wenn ich in eine Kirche beten müsste,

Die barock ist,

Kann ich doch gar nicht sagen,

Das entspricht meinem Gottesbild.

Oder auch nicht,

Aus einer romanischen Kirche.

Nicht einmal so eine gotische Kirche.

Das alles sind schöne Kirchen,

Keine Frage,

Auf ihre Art.

Und in den Räumen kann ich gut sein.

Aber das Gottesbild.

Wie müsste eine Architektur denn auch aussehen,

Damit sie ein heutiges Gottesbild vertritt?

Beziehungsweise natürlich erstmal die zentrale Frage,

Wie sieht denn ein solches Gottesbild aus?

Vielleicht ist es einfach,

Viel weniger individualistisch.

Gerade im Christentum haben wir ein Gott über Jahrhunderte und Jahrtausende gepredigt,

Wo die Verwechslung mit einem Individuum sehr nahe lag.

Gott als Einzelner,

Den ich abzählen kann,

Eins,

Der natürlich aus drei Teilen besteht,

Die man nicht trennen kann,

Das wissen wir alles,

Aber er als Einzelner,

Der sozusagen ein Individuum ist,

Ein Einzelner eben.

Und das ist schon ein Druckschluss.

Die Bilder waren oft zu flach.

Und wurden zu wenig erklärt.

Es wurde viel mehr verlangt.

Und ich meine nicht die letzten 20,

30 Jahre,

Da mag das alles anders sein,

Aber wir haben noch eine Last von Jahrhunderten,

Jahrtausenden auf unserem Puckel.

Wir müssen doch nicht alles vernichten.

Aber es ist Zeit,

Neue Sprache zu entwickeln.

Und damit auch neue Bilder zu entwickeln.

Es ist unschwer zu erkennen,

Dass wir in eine Zeit hineinkommen oder dass eine neue Zeit anbricht,

Die einfach sehr vieles verändern,

Wenn nicht sogar abreißen wird.

Und alles,

Was sich dem entgegenstellt wird,

Vernichtet werden vermutlich.

Einfach,

Weil es keiner mehr nachfragt.

Uns.

So braucht auch dieses Gottesbild eben eine neue Geschichte vielleicht sogar.

Auf alle Fälle neue Bilder,

Neue erzählende Bilder und eine neue Sprache.

Und die haben wir noch lange nicht gefunden.

Wir leben immer noch aus einer alten Sprache oder aus einer Sprache,

Wo vor 40,

50 Jahren vielleicht,

Wo die große Zeit der Theologie war,

Insbesondere in Deutschland,

Und aus dem wir noch schöpfen.

Könnte dieses neue Bild von Gott sein?

Ich habe keine Antwort für dich,

Um es gleich weg zu sagen.

Du hast es gleich gemerkt,

Dass ich jetzt dir nicht etwas anbieten kann nach dem Untersuch.

So könnte es sein.

Ich weiß es nicht.

Ich will nur ermutigen.

Das Gegebene zu hinterfragen,

Ohne damit Gott zu lassen.

Das ist ja das,

Was viele tun.

Sie sehen,

Dass das die alten Bilder und Formen nicht mehr tragen und lassen es und lassen Gott damit.

Und die Kunst.

Damit es weitergeht,

Ist,

Die Formen zu hinterfragen und die Bilder zu hinterfragen und die Sprache zu hinterfragen.

Aber Gott nicht zu lassen.

Und sich dann davon leiten zu lassen,

In das Neue hinein.

Und dann zeigen sich wahrscheinlich auch schon neue Bilder und neue Sprache.

Vielleicht.

Ich hoffe es.

Ich wünsche dir viel Segen.

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