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Schmerz, Wut, Freude: untrennbare Einheit | Impulsvortrag

by Jan von Wille

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Schmerz? Nein danke! Freude? Immer her damit! Doch was, wenn beides enger zusammenhängt, als wir denken? In dieser Folge nehme ich dich mit auf eine Reise durch die dunklen und hellen Seiten unserer Emotionen. Ich teile meine persönlichen Erfahrungen mit Schmerz, Wut und Freude – und wie ich gelernt habe, dass selbst Wut pure Lebenskraft freisetzen kann, wenn wir sie zulassen. Erfahre, warum es so wichtig ist, die dunklen Gefühle zu fühlen, um wahre Erfüllung zu finden. Also, folge der Freude – durch alle Dunkelheiten hindurch, hin zum Licht. Welchen Kompass hast du im Leben?

Transkription

Ich mag keinen Schmerz.

Du wahrscheinlich auch nicht.

Ich mag Freude und Glück und du sicher auch.

Heute möchte ich mit dir über Schmerz und Wut und Freude sprechen,

Denn diese Kräfte hängen ganz stark zusammen.

Das weißt du vielleicht schon,

Aber ich möchte dir etwas von mir erzählen,

Von meiner persönlichen Entdeckungsreise.

Ich fange mal mit dem Schmerz an.

Bei Zahnschmerzen habe ich schon gut gelernt.

Ich gehe inzwischen viel schneller zum Zahnarzt.

Auch generell gehe ich mal eher etwas früher als später zum Arzt und lasse was abchecken.

Das habe ich als junger Mensch sehr,

Sehr spät gemacht.

Inzwischen weiß ich,

Schmerz ist eigentlich pure Lebensintelligenz,

Die unsere Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Baustelle lenkt,

Vielleicht auf die Zähne oder ein bestimmtes Gelenk.

Genauso seelischer Schmerz.

Er zieht uns nach innen und dann erfahren wir diese dunklen Gefühle wie Angst,

Ohnmacht,

Wut und so weiter.

Wie geht es dir mit der Wut?

Jeder von uns wird ja durch die Kindheit stark geprägt und bei mir war das mit der Wut sehr schwer.

Wir durften als Kinder nicht wütend sein.

Ich denke,

Da bin ich nicht allein.

Das kennst du wahrscheinlich auch.

Bei mir war es die Mutter,

Die oft sehr wütend geworden ist und uns Kindern das aber nicht erlaubt hat.

Dann entsteht im Kind eine Überlebensstrategie.

Bei mir war das das Klugsein.

Damit kann man es im Beruf weit bringen,

Aber spätestens in engeren Beziehungen kommen wir dann an die Grenzen.

Susanne und ich sind von unseren Bedürfnissen her sehr unterschiedlich und da braucht es immer wieder mal Klärungsarbeit.

Diese Klärungsgespräche habe ich am Anfang unserer Ehe sehr rational gemacht und konnte mich damit auch ganz gut auf Distanz halten.

Ich bin an meine emotionalen Grenzen nicht gut rangekommen,

Weil da immer noch dieses Verbot da war,

Du darfst nicht wütend werden.

Bis eines geheimnisvollen Tages ich an diese Wutenergie herangekommen bin.

Das war wirklich was ganz Besonderes.

In einem Konflikt mit Susanne ging ich vom Kopf in den Körper,

In den Bauch.

Meine Stimme veränderte sich.

Ich zeigte meinen Ärger nicht in definierten Worten,

Sondern mit meinem ganzen Sein.

Und dann wurde es still.

Und nach einem gehaltvollen Moment sagte Susanne dann,

Oh,

Jetzt spüre ich dich.

Und das war richtig gut.

Also in einer so engen Beziehung kann viel nachreifen und geheilt werden,

Aber das ist oft ein sehr langer Weg.

Und für mich war das damals eine regelrechte Offenbarung,

Dass Wut,

Ärger und Ohnmacht in pure Lebenskraft verwandelt werden können,

Wenn sie gefühlt werden dürfen.

Genau das ist eben nicht so einfach.

Es ist nicht nur okay,

Sondern gesund und wichtig,

Wenn du dir auch mal erlaubst,

Richtig scheiße drauf zu sein.

Echte Freunde können damit umgehen.

Sie werden dich sogar ermutigen.

Du wirst dadurch echter.

Aber diese Erlaubnis muss ich mir erstmal selber geben.

Und wenn ich dann noch ein Umfeld habe,

Das mir das auch erlaubt,

Dann bin ich schon mal gut dran.

Diese schwierigen Gefühle gehören einfach dazu,

Wenn wir Nähe und Erfüllung im Leben erfahren wollen.

Wenn ich Liebe,

Arbeite oder die Welt entdecken möchte,

Werde ich auch Schmerz,

Angst und Traurigkeit erleben.

Das ist Teil des Lebens.

Natürlich kann ich mich auch verschließen,

Auf Nummer sicher gehen und mich immer schnell genug wegducken,

Weil ich den Schmerz und die Angst nicht spüren will.

Aber dann werde ich auch anders leiden.

Es wird ein stumpfes,

Lähmendes,

Erdrückendes Leiden sein.

Das Leid zu leben,

Ohne lebendig zu sein.

Ich weiß nicht,

Wie du dazu stehst.

Ich habe mich für die erstere Variante entschieden.

Und jetzt komme ich noch zu den erfreulichen Gefühlen Freude,

Erfüllung,

Begeisterung.

Und damit möchte ich meinen heutigen Talk beenden.

Folge der Freude.

Wenn du nach einem einfachen Kompass für dein Leben suchst,

Dann würde ich sagen,

Es ist die Freude.

Sie zeigt dir,

Wie gut dein Leben und deine Entwicklung gerade laufen.

Meine Beobachtung ist,

Wenn ich die dunklen Gefühle per Jahr und durch Fühle,

Also wirklich ein Ja dazu finde,

Als Teil des Lebens,

Dann wird die Freude immer feiner und nähernder.

Ich brauche immer weniger von außen,

Um glücklich zu sein.

Wenn ich auf Abwege gerate,

Also irgendwie meinen Herzensweg verliere,

Dann merke ich das als erstes am Verlust von Freude.

Also Freude und wachsende Liebe,

Diesen beiden Kräften möchte ich aktiv in meinem Leben folgen.

Durch alle Dunkelheiten hindurch,

Hin zum Licht.

Wie ist das bei dir?

Welchen Kompass hast du im Leben?

Schreibe es gerne in die Kommentare.

Und ich wünsche dir ein vertieftes und freudiges Leben.

4.9 (43)

Neueste Bewertungen

Jasmin

March 25, 2025

Danke 🙏🏼

Sabine

March 3, 2025

Danke ❤️

Ewelina

October 8, 2024

👍👍👍

Arnold

September 27, 2024

Herzlichen Dank lieber Jan. Immer wieder schön. Wünsche dir einen wunderschönen Start ins verdiente Wochenende. In liebevoller Dankbarkeit dein Arnold

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