
Die Katze | Meditation & Geschichte Zum Einschlafen
Einschlaf-Entspannung (Meditation) und ein gemütliches Märchen von mir geschrieben. Start Geschichte: 00:09:30 Geschichte "Die Katze" Was in der Geschichte passiert: Amelies Großmutter hinterlässt einen Brief, in dem sie ihrer Enkelin mitteilt, dass sie – genau wiedie Großmutter selbst, die besondere Gabe besitzt, sich nachts in eine Katze zu verwandeln. Diese Fähigkeit kann sie nutzen, um die Welt aus einer neuen Perspektive zu sehen und, um Gutes zu tun. Als Amelie hört, wie der Nachbarsjunge Elias weint, wagt sie es zum ersten Mal, von dieser Gabe Gebrauch zu machen und verwandelt sich tatsächlich in eine Katze... Wie immer, so wird auch diese Geschichte am Ende gut ausgehen, so dass Du beruhigt jederzeit einfach einschlafen kannst.
Transkription
Die Katze – Abendmeditation und ein Märchen von Alexandra Mattes Nimm einen tiefen Atemzug,
Atme durch die Nase ein und lass den Atem durch den Mund wieder los.
Und noch einmal tief einatmen und lass los mit dem Ausatmen.
Und noch ein drittes Mal.
Und wenn du möchtest,
Kannst du dich dabei auch recken und strecken,
Deine Muskeln nochmal anspannen.
Und lass mit dem Ausatmen alle noch vorhandenen Anspannungen los.
Dann finde eine bequeme und entspannte Position und wenn nicht schon getan,
Schließe deine Augen.
Werde ganz ruhig und beobachte für eine Weile noch deinen ganz natürlich fließenden Atem.
Beobachte,
Wie sich mit jedem Atemzug dein Brustkorb leicht hebt und senkt.
Und stelle dir vor,
Wie du mit jedem Ausatmen immer tiefer in die Matratze sinkst.
Geborgen und sicher.
Sicher und geborgen.
Du darfst loslassen.
Alle noch vorhandene Anspannungen.
Du darfst einfach sein.
Hier,
Jetzt,
Heute,
Am Ende dieses einmaligen Tages.
Und wenn du möchtest,
Dann kannst du die Gelegenheit nutzen,
Nochmal die Bilder deines heutigen Tages vor deinem inneren Auge vorbeilaufen zu lassen.
Wie einen kleinen Film.
Was ist heute passiert?
Was war heute vielleicht ganz besonders?
Ich werde nun eine Minute nicht sagen,
Damit du deine Bilder,
Deinen Film des heutigen Tages nochmal ganz in Ruhe Revue passieren lassen kannst.
Dann sammle nochmal mindestens drei Dinge zusammen,
Für die du heute besonders dankbar bist.
Nimm nochmal einen etwas tieferen Atemzug,
Dass mit dem Ausatmen die Bilder des Tages auch die Bilder der Dankbarkeit los.
Lass los.
Es gibt jetzt nichts mehr zu tun,
Außer zu entspannen.
Gemütlich,
Geborgen,
Ganz faul und schön eingekuschelt.
In deinem Bett liegend,
Darfst du dir vorstellen,
Dass du sanft und sicher durch die Nacht reist.
Stell dir vor,
Wie die Landschaft sanft an dir vorbeizieht,
Wie die Sonne langsam untergeht.
Vielleicht magst du dir vorstellen,
In einem Nachtzug zu liegen und es ist sehr gemütlich,
Es ist alles getan.
Und während du liegst und ruhst und auch gleich während du schläfst,
Dürfen sich die Dinge zu deinem Wohl und zu deinem Besten entwickeln.
Der Körper regeneriert und heilt und alles,
Was vielleicht etwas durcheinander gekommen ist während des Tages,
Kann sich nun setzen und eine angenehme Ordnung finden.
Wie von selbst,
Geborgen und sicher,
Gemütlich und beschützt.
Eine seitene Decke der Entspannung macht sich über dir breit.
Und vielleicht spürst du schon,
Wie du immer müder und immer schläfriger wirst,
Immer schwerer in die Matratze sinkst und das darf sich gut anfühlen.
Und während du jetzt vielleicht schon langsam davon schlummerst,
Nehme ich dich mit auf eine kleine Reise ins Land der Märchen.
Du weißt,
Du darfst jederzeit einfach einschlafen.
Es war einmal ein altes Haus am Rande einer kleinen Stadt.
Es stand an einem Hang mit Blick auf die alte Brücke am Fluss.
In den Fenstern brannte abends stets ein warmes Licht.
Dort hatte die Großmutter mit ihrer Enkelin Amalia gelebt.
Die Großmutter war eine Frau mit klaren Augen und einem Lächeln,
Das selbst in dunklen Stunden wie eine Kerze funkelte.
Amalia war letztes Jahr zu ihr gezogen,
Half ihr im Haushalt und sie verbrachten die langen Winterabende gemeinsam.
Als die Großmutter im Frühling starb,
Überreichte der Nachlassverwalter Amalia einen versiegelten Brief.
Amalia saß am Fenster in der Küche und blickte hinaus auf den Fluss.
Der Regen klopfte leise an die Scheiben.
Lange saß sie so da.
Dann öffnete sie den Brief und blas.
Meine liebste Amalia,
Wenn du diese Zeilen liest,
Bin ich fort.
Doch glaube nicht,
Dass ich wirklich verschwunden bin.
In unserer Familie gibt es ein Geheimnis.
Es ist eine Gabe,
Die immer von der Großmutter an die erste Enkelin gegeben wird.
Ich habe diese Gabe,
Meine Großmutter hatte sie und bald schon wirst du feststellen,
Dass auch du diese Gabe hast.
In manchen Nächten,
Wenn der Mond hell und klar scheint,
Wirst du dich verwandeln können.
In eine Katze.
Nutze diese Gabe,
Die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen.
Und nutze diese Gabe,
Um Gutes zu tun.
Vertraue deinen Pfoten,
Wenn sie dich durch die Nacht tragen.
Vertraue deinem Schnurren,
Wenn es Trost spendet.
Als Katze wirst du ungeahnte Fähigkeiten haben,
Die dir vieles,
Was als Mensch unmöglich ist,
Möglich machen.
In Liebe,
Deine Großmutter.
Amalia las den Brief zweimal,
Dann ein drittes Mal.
Eine Katze,
Murmelte sie,
Das ist doch unmöglich.
Und ich dachte immer,
Oma hätte Katzen gar nicht besonders gemocht.
Als sie später im Bett lag,
Gingen ihr die Worte der Großmutter im Kopf herum.
Dann wurde die Stille gebrochen durch das Weinen eines Kindes.
Es war Elias,
Der kleine Sohn der Bäckerin,
Die im Nebenhaus wohnte.
Seit Tagen war er krank,
Hatte Fieber und Bauchschmerzen.
Man sagte,
Die Ärzte wissen keinen Rat.
Amalia setzte sich auf.
Ihr Herz schlug schneller.
Wenn es wahr ist,
Flüsterte sie,
Dann lass die Verwandlung geschehen.
Sie schloss die Augen und es geschah.
Ein leiser Wind strich durch ihr Zimmer.
Ihre Hände wurden leicht.
Ihre Sinne wurden scharf.
Die Welt roch plötzlich nach Regen,
Nach Erde und verborgenen Dingen.
Als sie die Augen öffnete,
Saß sie immer noch auf dem Bett.
Doch ihr Blick war scharf wie nie zuvor.
Zuerst erschrak sie,
Doch dann war sie fasziniert von dem,
Was sie nun in der Lage war zu sehen.
Sie betrachtete ihre schwarzen weichen Pfoten und sprang leicht wie eine Feder auf den Dielenboden.
Also gut,
Dachte sie,
Dann wollen wir mal.
Lautlos machte sie einen Satz auf die Fensterbank und glitt hinaus in die Nacht.
Als Katze war die Welt anders.
Sie hörte das Rascheln von kleinen Tieren,
Das Murmeln der Bäume.
Die Dunkelheit verlor jegliche Schwere.
Im Gegenteil,
Es fühlte sich wohl an,
Im Schatten der Häuser entlangzuschleichen.
Sie ertastete jede Regung in ihrer Umgebung.
Dann sprang sie aufs Fensterbrett von Elias' Schlafzimmer.
Sie konnte Elias sehen,
Wie er im Bett lag und weinte.
Mit ihrer Vorderpfote klopfte sie ans Fenster.
Er stand unter Schmerzen auf und öffnete das Fenster.
Sofort huschte sie ins Zimmer.
Nachdem er sich hingelegt hatte,
Legte sie sich auf seinen Bauch und schnurrte.
Ihre Wärme und das leichte Schnurren taten ihm gut.
Und wenige Minuten später war er eingeschlafen.
Er schlief einen langen,
Heilsamen Schlaf.
Und kurz vor Morgengrauen,
Als die Bäckerin die Zimmertür öffnete,
Huschte die kleine schwarze Katze durch die geöffnete Tür hinaus.
Als Amalia am nächsten Tag in die Bäckerei trat,
Erzählte ihr die Bäckerfrau,
Dass Elias wieder gesund sei.
Wenige Tage später dachte Amalia,
Die Gabe der Verwandlung sei vielleicht nur ein Traum gewesen.
Es kam ihr unwirklich vor,
Was geschehen war.
Als sie in der Stadt ein paar Einkäufe verrichtete,
Hörte sie,
Wie sich zwei Frauen unterhielten.
Sie sprachen über die alte Frau Rosenthal,
Die verzweifelt ein Familienerbstück suchte.
Frau Rosenthal war recht betagt und konnte sich einfach nicht mehr daran erinnern,
Wo sie den Ring ihrer Mutter versteckt hatte.
Gleichzeitig misstraute sie allen und ließ sich nicht beim Suchen helfen.
Abends setzte sich Amalia auf ihr Bett.
Vielleicht,
Wenn die Gabe wieder zu mir kommt,
Kann ich helfen,
Sagte sie zu sich selbst und schloss die Augen.
Als sie ihre Augen wieder öffnete,
War die Welt um sie herum wieder größer.
Als Katze huschte sie in den Park unweit des Hauses von Frau Rosenthal.
Sie sprang auf einen Baum und balancierte über einen Zaun.
Von dort aus konnte sie mit Leichtigkeit durch das geöffnete Küchenfenster springen.
Die alte Dame schlief schon tief und fest.
Und Amalia durchsuchte als Katze verwandelt,
Vorsichtig und leise,
Das ganze Haus von oben bis unten.
Dann fand sie ihn.
Er lag einfach in einem Regal im Badezimmer und funkelte im Mondschein.
Vorsichtig nahm sie den Ring in ihr Maul.
Er schmeckte nach Metall.
Sie schlich ins Schlafzimmer der alten Dame und legte den Ring auf den Nachttisch.
Dann sprang sie geschickt aus dem Fenster und lief flink nach Hause.
Am nächsten Morgen in der Bäckerei erzählte ihr die Bäckerin.
Frau Rosenthal war gerade hier und sie erzählte mir,
Ihre Mutter hätte ihr des Nachts den Ring wiedergebracht und auf ihren Nachttisch gelegt.
Ach,
Die alte Frau,
Wahrscheinlich hat sie ihn selbst dorthin gelegt und es vergessen.
So wird es gewesen sein,
Sagte Amalia lächelnd.
Und als sie auf die Straße trat,
Kam gerade die Sonne hinter den Wolken hervor.
Sie streckte ihr Gesicht ins Licht,
Schloss die Augen und atmete tief durch.
Seit langer Zeit fühlte sie sich heute endlich wieder frei und leicht.
Wenige Tage später traf Amalia Herrn Lewin,
Den Schuldirektor.
Er lebte allein und war gerade aus seinem zu großen Haus in eine kleinere Wohnung umgezogen.
Es ging ihm gut,
Sagte er,
Aber es verging kein Tag,
An dem er nicht von seiner Tochter Clara sprach.
Amalia kannte Clara,
Die Tochter des Schuldirektors,
Von früher.
Sie hatte sich mit ihrem Vater gestritten.
Es war einer dieser Streits,
Bei denen zum Schluss keiner mehr weiß,
Worum es eigentlich gegangen ist.
Sie hätte schreiben können,
Ich kenne ihre neue Adresse ja nicht.
Und jetzt,
Da ich aus dem alten Haus ausgezogen bin,
Kann ich sie nicht mehr erreichen.
Murmelte er.
Amalia verspürte Mitleid.
Abends,
Als sie im Bett saß,
Dachte sie über Herrn Lewin und seine Tochter nach.
Sie schloss die Augen und fand sich als Katze verwandelt wieder.
Intuitiv lief sie zum alten,
Leeren Haus von Herrn Lewin.
Über eine Dachluke gelang sie hinein.
Auf dem Dachboden roch es nach Staub und vergangenen Jahren.
Doch so einfach wie mit dem Ring der alten Frau Rosenthal war es diesmal leider nicht.
Denn sie wusste nicht,
Wonach sie suchen sollte.
Als draußen der Morgen dämmerte,
Schlich sie wieder nach Hause.
Amalia saß morgens beim Frühstück und blätterte im Notizbuch ihrer Großmutter.
Da fand sie ein paar Stichworte.
Es sah so aus,
Als hätte die Großmutter Aufgaben,
Die noch zu erledigen sind,
Hier aufgeschrieben.
Da stand Umzug L.
Klaras Brief abgeben.
L?
Herr Lewin?
Klara hatte ihm also doch geschrieben.
Hatte sie dem Brief der Großmutter gegeben,
Damit diese den richtigen Zeitpunkt abwarten konnte,
Um ihn dann Herrn Lewin auszuhändigen?
Ja,
So muss es gewesen sein.
Doch wo nur ist der Brief versteckt?
Sie ließ das Notizbuch sinken,
Und da fiel ein kleiner Briefumschlag heraus.
Und auf dem Umschlag stand »An meinen Vater von Klara«.
Amalia konnte den Abend kaum abwarten.
Als es dunkel war,
Fand erneut die Verwandlung statt.
Als Katze hüpfte Amalia geschickt aus dem Fenster den Brief vorsichtig im Maul.
Am nächsten Morgen lag er auf dem Küchentisch von Herrn Lewin.
Noch etwas schlaftrunken öffnete er ihn und war sofort hellwach.
»Lieber Vater«,
Laß er,
»was ich gesagt habe,
Tut mir leid.
Ich hoffe,
Dass,
Wenn du diesen Brief liest,
Du bereit bist für eine Versöhnung.
Laß uns miteinander sprechen.
Auf der Rückseite steht meine neue Adresse.
Deine Klara«.
Er starrte auf die feine Schrift.
Seine Hände begannen zu zittern.
Noch am selben Tag ließ er sich zur angegebenen Adresse fahren.
Er klingelte und eine junge Frau öffnete die Tür.
»Vater«,
Sagte sie leise.
Amalia schlief und trat aus dem Haus.
»Klara«,
Sie sahen einander an.
Dann öffnete er die Arme und sie fiel hinein.
In dieser Nacht schlief Amalia tief und fest.
Und im Traum erschien ihr ihre Großmutter mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen.
Und Amalia lebte in Glück und Frieden.
Und nicht selten schlich sie nachts auf leisen Pfoten um die Häuser.
Und wenn sie nicht gestorben ist,
So lebt sie auch heute noch.
Und dir wünsche ich eine gute Nacht,
Einen tiefen und erholsamen Schlaf und schöne Träume.
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