
Der Löwe und die Maus | Sanfte Kindergeschichte
Ein Löwe und eine Maus – was könnten die zwei schon gemeinsam haben? Diese ruhige Einschlafgeschichte erzählt von einer unerwarteten Begegnung in der Savanne und davon, was daraus werden kann. Für Kinder ab 5 Jahren und alle, die sich gerne verzaubern lassen. Credits: Musik via Pixabay von soundoffreedom und octosound, Titelbild mit Hilfe von KI erstellt.
Transkription
Die Mittagshitze lag schwer über der Savanne.
Das Gras stand hoch und leuchtete in einem satten Gelb.
Darinnen war es ruhig.
Nur ein leises Zirpen Irgendwo zwischen den Halmen.
Auf einer staubigen Lichtung im Schatten eines einzelnen Baumes schlief der Löwe.
Sein Atem ging tief und langsam.
Nur sein Schwanz zuckte ab und zu.
Die Maus kannte diesen Platz gut.
Sie lief dort fast jeden Tag entlang auf dem Weg zu ihrem Bau unter der alten Akazie.
Immer bedacht darauf,
Den Löwen ja nicht zu wecken.
Aber heute war sie unvorsichtig und berührte die Pfote des Löwen nur ganz kurz und sanft und trotzdem.
Der Löwe wachte auf.
Mit einer einzigen,
Schnellen Bewegung.
Hatte er die Maus unter seiner Pfote.
Sie zitterte und sah mit großen Augen zu ihm hoch.
Seine Zähne blitzten,
Und ihr war klar,
Dass der Löwe sie nur mit einem Haps Verschlingen könnte.
Bitte,
Sagte die Maus leise mit zittriger Stimme.
Lass mich,
Lass mich gehen.
Irgendwann wird der Tag kommen,
An dem ich dir helfen werde und du wirst froh sein,
Mich am Leben gelassen zu haben.
Der Löwe sah sie lange an.
Dann schnaubte er,
Halb wütend,
Halb belustigt.
Was sollte so ein kleines Ding schon für ihn tun?
Aber irgendwas an ihrem Blick ließ ihn zögern.
Langsam hob er die Pfote und ließ sie frei.
Die Maus blieb einen Moment stehen,
Als könnte sie es nicht glauben.
Dann verbeugte sie sich kurz und verschwand plitzschnell zwischen den Gräsern.
Von da an trafen sie sich öfter.
Immer wieder einmal.
Die Maus huschte vorbei,
Wenn der Löwe in der Sonne lag,
Und manchmal blieb sie ein Stück entfernt sitzen und beobachtete ihn.
Der Löwe tat,
Als würde er es nicht bemerken,
Aber natürlich erblickte er sie aus den Augenwinkeln.
Eines Abends,
Als der Löwe am Wasserloch trank,
Saß die Maus auf einem Stein in sicherer Entfernung.
Da bist du ja wieder,
Sagte der Löwe ohne aufzuschauen.
Ich laufe hier oft vorbei,
Sagte die Maus.
Der Löwe schwieg eine Weile.
Dann sagte er,
Du musst keine Angst mehr haben,
Ich tue dir nichts.
Nicht,
Weil ich glaube,
Du könntest mir helfen,
Dafür bist du viel zu klein,
Sondern weil ich spüre,
Wie du an deinem kleinen Leben hängst.
Ich habe keine Angst,
Sagte die Maus und blieb dennoch in sicherer Entfernung zu der mächtigen Katze sitzen.
So vergingen die Tage.
Bis eines Morgens.
Da hörte die Maus ein angsterfülltes und gleichzeitig wütendes Brüllen.
Sie folgte dem Geräusch und fand den Löwen Gefangen in einem Netz aus dicken Seilen.
Das Jäger zwischen den Bäumen gespannt hatten.
Er zerrte und kämpfte,
Um frei zu kommen,
Aber je mehr er sich bewegte,
Desto enger zog sich das Netz.
Er saß in der Falle.
Die Maus zögerte keinen Augenblick,
Sie lief zu den Seilen und begann zu nagen,
Strang für Strang,
Mit ihren kleinen scharfen Zähnen,
Schnell und unermüdlich.
Der Löwe hielt still.
Ganz still.
Und beobachtete sie,
Während die Sonne höher stieg.
Es dauerte lange,
Aber die Maus gab nicht auf.
Und als der letzte Strang fiel,
Schüttelte der Löwe das Netz ab.
Sein Blick fiel auf die Maus.
Die erschöpft auf einem Blatt saß.
Wortlos und voller Dankbarkeit senkte er den Kopf,
Er der mächtige König der Savanne,
Senkte den Kopf ganz langsam,
Bis seine Nase fast die Maus berührte.
Dann gingen sie gemeinsam zum Wasserloch.
Der Löwe in großen,
Mächtigen Schritten.
Die Maus auf seinem Rücken inmitten seiner warmen Mähne versteckt.
Langsam ging die Sonne unter.
Golden und still.
Und die Savanne wurde ruhig.
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