
Denkpause: Gefühle Begrüßen
by Kai Meinig
Fühlst du dich oft von deinen Gefühlen überwältigt? Diese Meditation hilft dir, einen neuen Umgang mit deinen Gefühlen zu finden und Ärger, Traurigkeit oder Freude wahrnehmen kannst, ohne dich damit zu strak zu identifizieren. Lerne, alle Facetten deines Erlebens willkommen zu heißen, einen Schritt zurückzutreten und deine Gefühle als wertvolle Botschafter zu schätzen, um Freundschaft mit dir selbst zu schließen.
Transkription
Hi,
Ich bin Kai.
Schön,
Dass Du eine Denkpause einlegst,
Um gemeinsam mit mir zu reflektieren und zu meditieren.
Vielleicht hast Du mit Meditation begonnen,
Weil Du hofftest,
Nie wieder traurig oder wütend zu sein.
Doch nachdem sich die anfängliche Euphorie über Deine Entscheidung gelegt hat und das schicke Sitzkissen sowie die bunte Achtsamkeits-App nicht mehr neu und aufregend erscheinen,
Stellst Du plötzlich fest,
Dass Du Dich in der Meditation langweilst,
Traurig wirst oder Ärger verspürst.
Statt der erhofften Gelassenheit und des Glücks plötzlich so etwas?
Was läuft hier verkehrt?
Die meisten Menschen glauben,
Meditation sei dafür da,
Unangenehme Gefühle loszuwerden und sich bei richtiger Anwendung nur noch gut zu fühlen.
Doch hier liegt ein gewaltiges Missverständnis.
Meditation zielt nicht darauf ab,
Bestimmte Gefühle zu eliminieren oder andere zu erzeugen.
Es geht nicht darum,
Nur noch Verzückung zu spüren und über den Dingen zu schweben,
Auch wenn diese Effekte von Zeit zu Zeit auftreten können.
Es geht auch nicht darum,
Sich in einen gefühllosen Roboter zu verwandeln,
Dem alles egal ist und der sich vom Leben abschneidet.
Meditation bedeutet,
Alle Facetten des menschlichen Erlebens willkommen zu heißen,
Ohne sie bewerten zu müssen.
Gefühle sind wie das Wetter,
Das vor dem Hintergrund des weiten Himmels erscheint.
Sie sind wie Wolken,
Die vorüberziehen,
Mal leicht und hell,
Mal schwarz und stürmisch.
Meditation lehrt uns,
Diesen Wetterwechsel zu beobachten,
Ohne von jedem Windhauch umgeworfen zu werden,
Indem wir üben,
Unsere Aufmerksamkeit immer wieder auf den Himmel zu richten.
Mit regelmäßiger Praxis kannst Du lernen,
Schwierige Gefühle als wertvolle Botschafter zu schätzen und entwickelst die Fähigkeit,
Einen Schritt zurückzutreten.
Du lernst,
Ärger,
Traurigkeit oder Freude wahrzunehmen,
Ohne Dich damit zu identifizieren.
Diese neue Perspektive schenkt Dir wahre innere Freiheit.
Du findest Gelassenheit und vielleicht sogar Glück inmitten des emotionalen Auf und Abs.
Anstatt Gefühle zu bekämpfen,
Schließt Du Freundschaft mit ihnen und damit mit Dir selbst.
Lass uns nun gemeinsam meditieren.
Schaff Dir dafür einen Zeitraum,
In dem Du ungestört bist und Dich wohlfühlst.
Du darfst es Dir bequem machen.
Sitze entspannt,
Aber gleichzeitig aufrecht.
Und wenn Du soweit bist,
Beginne mit ein paar tiefen Atemzügen.
Ein durch die Nase,
Aus durch den Mund.
Mit der passenden Ausatmung schließe sanft die Augen oder richte sie auf einen Punkt vor Dir.
Spüre den Kontakt zur Unterlage.
Du darfst Dich neugierig fragen,
Wie sich Dein Gewicht bemerkbar macht.
Nimm Geräusche wahr.
Ohne angestrengt zu hören,
Darfst Du lauschen.
Was dringt an Dein Ohr?
Was auch immer auftaucht,
Alles ist eingeladen,
Mit Dir Platz zu nehmen.
Du musst nichts loswerden,
Brauchst nichts verändern.
Und wenn Du soweit bist,
Bringe die Aufmerksamkeit nun zum Atem.
Wo spürst Du den Atem am deutlichsten?
Vielleicht in der Brust,
Im Bauch oder an den Nasenöffnungen?
Falls es Dir schwerfällt,
Die Atmung zu spüren,
Kannst Du gern eine Hand auf den Bauch legen,
Um sie deutlicher wahrzunehmen.
Ganz gleich wie der Atem fließt,
Es geht nicht darum,
Etwas zu verändern,
Den Atem zu steuern.
Lass ihn in seinem Rhythmus fließen.
Wähle nun den Bereich,
In welchem Du die Atmung am deutlichsten spürst,
Als Deinen Ankerpunkt.
Lass die Aufmerksamkeit dort ganz sanft ruhen.
Spüre das Heben und Senken.
Nimm den Rhythmus der Atmung wahr.
Lang oder kurz.
Tief oder flach.
Immer wieder schweift der Geist dabei ab,
Verstrickt sich in Gedanken,
Kommentaren oder Bildern.
Das ist kein Problem.
Sobald Du es bemerkst,
Nimm die Ablenkung wahr,
Lass sie gehen und bring die Aufmerksamkeit sanft zurück zu Deinem Ankerpunkt.
Es gibt nichts zu tun,
Nichts zu erreichen.
Wenn Du magst,
Genieße die Atmung.
Lass Dich von den sanften Wellenbewegungen beruhigen.
Einatmen,
Du spürst,
Du atmest ein.
Ausatmen,
Du spürst,
Du atmest aus.
Während der Atem fließt,
Nimm wahr,
Ob sich ein bestimmtes Gefühl oder eine diffuse Stimmung zeigt.
Vielleicht Langeweile,
Frustration,
Ungeduld?
Oder Freude,
Stolz?
Vielleicht kannst Du bemerken,
Wie Du versuchst,
Diese Gefühle zu halten,
Zu verstärken oder loszuwerden,
Zu verändern.
Was passiert,
Wenn Du diese Gefühle einfach so sein lässt?
Sie auftauchen und vergehen dürfen wie Wolken im weiten Raum Deines Geistes.
Und immer wieder verlierst Du Dich in Gedanken.
Das ist die Natur des Geistes.
Kein Problem.
Sobald Du die Ablenkung bemerkst,
Lass sie sanft gehen und komme freundlich zurück zum Atem,
Zum Ankerpunkt.
Und nun löse den Fokus von der Atmung.
Lass die Aufmerksamkeit weich und weit werden.
Und erlaube Deinem Geist für einige Momente,
Zu machen,
Was er will.
Lass ihn denken,
Träumen.
Und zum Ende der Meditation bringe die Aufmerksamkeit noch einmal zum Körper.
Spüre Kontaktpunkte.
Gewicht.
Nimm Geräusche wahr.
Den Raum,
Der Dich umgibt.
Und mit einem tieferen Atemzug öffne langsam die Augen,
Falls sie geschlossen waren.
Nimm Dir einen Moment,
Um nachzuspüren.
Danke,
Dass Du heute mit mir geübt hast.
Für mehr kostenfreie Inhalte auf Deinem Weg zu weniger Stress und mehr Bewusstheit folge Achtsamkeit auf Insight Timer.
Ich freue mich darauf,
Dich zu begleiten.
Bis dahin.
Pass gut auf Dich auf.
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